Ratgeber Uhrenarmbänder
1 Material
1.1 Metall
Vorteile:
Kann designmäßig mit dem Gehäuse verschmelzen, aus einzelnen Gliedern raffiniert "gestrickt" sein, aus hochwertigen Materialien bestehen (Gold, Silber, Titan) und mit (Halb)Edelsteinen bestückt sein. Robust, hält lange. Kann gliederweise gekürzt werden, manchmal gliederweise repariert werden.
Das Material macht sowohl feste armreifartige Uhrenarmbänder (Spangen) möglich als auch schmiegsame armkettenartige. Auch vielförmige und kleine Schließen, sogar das Fehlen von Schließen (Zugband, Stretch).
Nachteile:
schwer, kann nur wenige Farben aufweisen, die Haut reizen, Haare rausreißen, Kratzer "sammeln". Manche Metallbänder sind stark an das Gehäuse angepasst oder benötigen zum Befestigen zusätzliche Zwischenteile.
1.2 Leder
Vorteile:
leicht, atmungsaktiv, hautverträglich, ist in vielen Farben und Mustern erhältlich
Nachteile:
Muss immer wieder ersetzt werden und regelmäßig für einen Tag zur Erholung von Körperschweiß und -fett liegengelassen werden.
1.3 Silikon
Vorteile:
relativ leicht, wasserresistent, gut für Sport, Segeln und Tauchen geeignet, manchmal zurechtschneidbar
Nachteile:
wenige Farben, oft unspektakulär, meist schwarz und staubkontrastierend (dafür aber abwaschbar)

Es gibt weitere Materialien oder Herstellungsmethoden, mit denen die Vor- und Nachteile neu gemischt sind. Titanarmbänder etwa sind leicht und weisen damit einen Vorteil der Lederarmbänder auf. Wasserresistente Lederarmbändern kann Wasser nichts anhaben, was ein Vorteil von Edelstahl und Gummi/Silikon ist. Alle Bänder können Spezialentwürfe sein und an bestimmte Gehäusen angepasst. So lassen sich originelle Designs verwirklichen, der Austausch oder die Ersatzsuche kann allerdings schwierig und teuer sein. Personen mit sehr breiten Armen sollten auf XXL- oder Überlänge-Bänder ausweichen. Personen mit sehr schmalen Armen sollten darauf achten, dass das Kürzen symmetrisch von beiden Seiten erfolgen kann, sonst befindet sich die Schließe seitlich am Arm und nicht innen. So ein Kürzen ist bei Silikonbändern mit Sicherheitsfaltschließe möglich, aber nicht bei Lederbändern mit Sicherheitsfaltschließe und der Kippfaltschließe.
2 Schließe
2.1 Dornschließe
Vorteile:
klassich, leicht, kompakt und günstig
Nachteile:
Das passende Loch muss jedes Mal abgezählt werden. Ein und dasselbe Loch wird strapaziert. Die Spitze wird bei jedem An- und Ablegen der Uhr gebogen und gezogen.
2.2 Kippfaltschließe
Vorteile:
Die passende Länge wird nur bei erstmaliger Benutzung ermittelt. Das längere Teil wird auf einen Stift eingehängt und verbleibt dort für immer. Die Vergrößerung des Umfangs zum Ab- und Anlegen der Uhr erfolgt über das Auseinanderfalten der Schließe.
Verwendbar mit Leder- und auch Silikonbändern, die für die Dornschließe ausgelegt sind.
Nachteile:
schwerer und größer als die Dornschließe, was sich insbesondere bei schmalen Bändern (Damenuhren) negativ bemerkbar macht.
2.3 Sicherheitsfaltschließe
Vorteile:
wie Kippfaltschließe. Kann außerdem nie von selbst aufgehen. Bei An- und Ablegen wird das Leder nicht einmal berührt. Schlaufen und das Annähen der Schlaufen nicht erforderlich, daher insgesamt relativ günstig.
Man benötigt im Vergleich zur Kippfaltschließe spürbar weniger Kraftaufwand.
Nachteile:
schwerer und größer als die Dornschließe, was sich insbesondere bei schmalen Bändern (Damenuhren) negativ bemerkbar macht
Das Gewicht und die Berührungsfläche sind bei der Wahl der Schließe entscheidend. Wenn man eine Uhr mit Titangehäuse sein eigen nennt und ganz auf die Leichtigkeit setzt, ergibt eine Sicherheitsfaltschließe wenig Sinn. Wenn man Uhren sammelt und nicht trägt, spielt die Schließe keine Rolle. Die kompakte Dornschließe verschwendet keine wertvollen Millimeter in der Aufbewahrungsbox. Die Berührungsfläche der Dornschließe mit der Haut und mit der Umwelt ist am geringsten. Die Berührungsfläche der Sicherheitsfaltschließe mit der Haut ist sehr klein, dafür die mit der Umwelt groß. Umgekehrt ist die Berührungsfläche der Kippfaltschließe mit der Haut groß, mit der Umwelt sehr klein. Wenn man Wert darauf legt, dass die Haut nur von Leder berührt wird, entscheidet man sich für die Sicherheitsfaltschließe. Wenn man Wert darauf legt, dass die Schließe auf keinen Gegenständen, die mit dem Arm in Berührung kommen, klappert und reibt, entscheidet man sich für die Kippfaltschließe. Das ist auch der Grund dafür, dass die Sicherheistfaltschließen standardmäßig fein gebürstet ausgeliefert werden - Auf gebürsteten Oberflächen fallen Kratzer nicht auf. Polierte Sicherheitsfaltschließen, wie auch allgemein vergoldete Schließen, sind extra bestellbar. Schwarze Schließen fristen dagegen ein Schattendasein. Die Dornschließe und die Kippfaltschließe sind untereinander kompatibel, sofern die Stärke des Uhrenarmbands nicht zu gering ist. Will man von Dornschließe auf Sicherheitsschließe aufrüsten, muss man die - meist genähte - Schlaufe entfernen. Will man von Sicherheitsfaltschließe auf Dornschließe abrüsten, fehlen die Schlaufen.
3. Muster, Oberfläche, Naht
Leder gehört zu den ältesten "Rohstoffen", die Menschen verwendet haben. Im Laufe der Zeit wurden viele Anwendungen aufgegeben, unbeliebt oder erübrigten sich durch Aufkommen neuer, synthetischer Materialien. Aus heutiger Sicht ist es eher belustigend, dass Leder mangels Alternativen auch zur Isolierung von Kabel verwendet wurde, nicht zuletzt weil es Wasser enthält und Luftfeuchtigkeit aufnimmt. Was Bekleidung und Assesoires angeht, ist Leder nicht wegzudenken. Und es ist nicht bloß Mode oder Firlefanz. Ein Uhrenträger will mit dem Lederuhrenarmband nicht ausdrücken, dass er einen Büffel erlegt hat und die Trophäe jederzeit vorweisen kann. Auch dass die allermeisten Häute von Tieren stammen, die sowieso geschlachtet werden, womit die Häute als Nebenprodukt günstiger zu haben sind, ist nicht der Grund für die Beliebtheit des Leders. Der Grund sind die hervorragenden Materialeigenschaften. Mit der Lederverarbeitung bewahrt, verstärkt, ändert und entfernt man bestimmte Eigenschaften des Körperorgans "Haut".
Das Leder wird enthaart, entfleischt, gegerbt, eventuell gefärbt und einer Oberflächenbehandlung unterzogen. So entstehen abstrakte Muster oder Muster, die die Oberfläche bestimmter Tierhäute nachahmen.
3.1 Glatt
Vorteile:
wirkt edel, kann stark bestimmte Farben des Zifferblatts betonen
Nachteile:
mit der Zeit sind auf der glatten Oberfläche Gebrauchsspuren eher zu sehen
3.2 Strukturiert
Vorteile:
gefällige Regelmäßigkeit in der Unregelmäßigkeit, die Struktur nimmt spätere Gebrauchsspuren vorweg
Nachteile:
Aufgrund der Struktur (Vertiefungen) ergeben sich dunklere und hellere Bereiche. Bei Schwarz und Weiß schön, bei allen anderen Farben ist die Bestimmung der Farbe erschwert, kommt auf den Gesamteindruck und auf die Lichtverhältnisse an.
3.3 Louisiana
Vorteile:
attraktive Struktur durch Einteilung des Bands längs und quer, homogene Farbwirkung und zugleich abwechslungsreich
Nachteile:
jedes Band sieht anders aus, vor allem wegen der unterschiedlichen Verläufe der Längsvertiefungen
3.4 Teju
Vorteile:
interessantes Muster, punktiert an den Enden und parallel mit zahlreichen Querstrichen in der Mitte. Jedes Band sieht anders aus, aber untereinander gleichwertig, kaum Streuung, damit keine Überraschung beim Kauf.
Nachteile:
keine erwähnenswerte Nachteile, kommt ganz auf den Geschmack an
3.5 Strauß
Vorteile:
markant und unverwechselbar, insbesondere bei knalliger Farbe im Alleingang farbbestimmend
Nachteile:
kann auffälliger sein als die Uhr selbst, was nicht immer erwünscht ist
3.6 Weiße Naht oder Ton-In-Ton-Naht
Die weiße Naht, gestrichelte Linienführung, ist auffälliger, das Band erscheint insgesamt heller.
Die Ton-In-Ton-Naht lässt das Band gesättiger, farbiger erscheinen und hält sich zurück, selbst wenn sie relativ dick ist (siehe Bilder rechts).
Man staunt immer wieder darüber, dass die Farben der Uhrenarmbänder sich nur wegen der Naht zu unterscheiden scheinen, obwohl sie es nachweislich nicht sind.
Bei vielen Uhrenträgern ist bei der Auswahl des Uhrenarmbands die Ähnlichkeit zum Originalband entscheidend. Man kann aber auch das Auswechseln des Uhrenarmbands als eine Gelegenheit betrachten, mal zu variieren oder etwas anderes auszuprobieren. Auch ein Grund für leichte Wahl kann sein, dass nicht alle Kombinationen aus Schließe, Farbe, Muster, Naht und Polsterung hergestellt werden, weil dies einfach den Rahmen sprengen würde, sowohl was die Lagerhaltung und Artikelverwaltung auf der Seite des Herstellers und Händlers angeht, als auch die Übersichtlichkeit und Nachfrage auf der Seite des Käufers.
4. Zusammenhänge zwischen Schließe, Form und Material
Bei der Sicherheitsfaltschließe ist das Ende des langen Lederteils, das innen auf der Schließe aufliegt, möglichst flach und dünn, damit das Uhrenarmband an dieser Stelle nicht zu dick wird. Bei der Kippfaltschließe sind die Ränder erhöht, damit das lange Lederteil möglichst reibungsfrei in die Schlaufen gleitet. Dieses Optimum ist die "Voreinstellung" ab Werk. In der Praxis werden jedoch beliebige Bänder mit der Kippfaltschließe ausgestattet und es sind keine Benutzungsbeeinträchtigungen bekannt. Wenn also eine bestimmte Farbe oder ein bestimmtes Muster sein muss, kann man ruhig zur Kippfaltschließe greifen. Prinzipbedingt/Materialbedingt sind die Sicherheitsfaltschließen der Silikonbänder nicht mit den Sicherheitsfaltschließen der Lederbänder identisch. Die ersten sind auf der Innenseite glatt, die Bänder werden auf beiden Seiten mit Federstegen befestigt und können auch symmetrisch gekürzt werden.
5. Worauf man beim Kauf sonst achten sollte
Vor allem wenn eine bestimmte Farbe gesucht wird, sollte man darauf achten, dass die Bilder des Anbieters ein Mindestmaß an Kompetenz in Sachen Farbe und Farbtreue vermuten lassen. Am kundenfreundlichsten ist eine standardisierte Darstellung, die erahnen lässt, dass Farbunterschiede verlässlich berücksichtigt wurden. Natürlich ist es nicht möglich, allein anhand des Bildes zu entscheiden, ob darauf die richtige Farbe dargestellt ist. Aber man kann leicht ersehen, ob die Bilder insgesamt in sich stimmig sind. Zum Beispiel sollten sich Unterscheidungen und Abstufungen in den Artikelbeschreibungen (hellblau, eisblau, blau, königsblau, dunkelblau) in den Bildern widerspiegeln. Die Unterschiede zwischen den Bildern des gleichen Modells mit unterschiedlichen Nähten sollten sich in Grenzen halten. Der Käufer sollte nicht erst aus den Bildern aller Uhrenarmbänder einer Modellreihe herleiten, dass es sich um knallige oder pastellfarbene Modelle handelt. Die meisten großen Händler haben Bilder, die sich bewährt haben. Bilder, die zu Reklamationen geführt haben, wurden möglicherweise schon ausgetauscht. Doch selbst wenn die Bilder sehr gut sind, gilt es weitere Aspekte zu beachten.
a) Alle Bildschirme sind unterschiedlich groß und beschaffen, oft falsch eingestellt oder kalibriert. Jeder sieht leicht andere Farben, eine perfekte Farbtreue gibt es selbst im professionellen teuren Bereich nicht.
b) Fast immer werden durchgängig bestimmte Größen fotografiert, vorzugsweise die am meisten verbreitete Größe 20mm. Damit bieten Anbieter den meisten Käufern die Ansicht des angebotenen oder sich plusminus um ein paar Millimeter unterscheidenden Uhrenarmbands. Bei einigen Prägungen kann der falsche Eindruck vom Aussehen des Uhrenarmbands entstehen. Das beste Beispiel ist die Straußprägung: Bei kleinen Größen (12mm, 14mm) ist die Anzahl der typischen Noppen so gering, dass ein Bild einer 24mm-Straußprägung irreführend wirkt. Bei der Louisianaprägung steigt mit der Breite auch die Anzahl der Längslinien. Schmalere Uhrenarmbänder scheinen gewölbter (besser gepolstert) zu sein, die breiteren flacher, trotz gleicher Stärke (Dicke).
c) Oft werden ähnliche Modelle als ein Artikel angeboten, Variationen (Farben, Breiten, Längen, Schließen) werden dann in einem weiteren Schritt ausgewählt. Diese Vorgehensweise hat Vor- und Nachteile. Die Vorteile sind eine gute Sortierung der ähnlichen Modelle, für den Käufer ist leicht ersichtlich, welche Produkte zusammengehören. Es gibt auch reine Vorteile für den Anbieter. So vermeidet der Anbieter doppelten Inhalt, um nicht in Suchmaschinen herabgestuft zu werden. (Google etwa erachtet sich wiederholende Inhalte für weniger wertvoll als Inhalte, die es so nur einmal in der Welt gibt.) Der andere Vorteil ist die Pflege einer einzigen Artikelbeschreibung und insgesamt weniger Artikel. Dies kann zu Nachteilen für den Kunden führen. Die Artikelbeschreibungen können nicht individuell auf einzelne Modelle eingehen. Oft wird nur eine Farbvariation abgebildet, die anderen werden anhand von kleinen Bildchen vermittelt. Auf Ausschnitten wirken die Farben anders. Dunkelbraun und Dunkelblau werden von Menschen als Schwarz wahrgenommen. Was auf einem Ausschnitt noch als die gewünschte Farbe aussieht, kann in voller Größe zu bunt sein. Das heißt, diese kleinen Bildchen muss man absichtlich verfremden, damit sie richtigen Aufschluss auf das Produkt in voller Größe geben. In dieser Hinsicht sind extra Bilder für einzelne Ausführung besser.
d) Schwankungen in der Herstellung führen zu leichten Unterschieden bei gleichem Modell. Glatte Modelle können mehr oder weniger rauh sein, die Tiefe der Prägung kann variieren. Kein Anbieter würde aber immer wieder neue Bilder erstellen. Diese Unterschiede sieht man oft nur im direkten Vergleich, sie sind schwer bis gar nicht fotografisch einzufangen.
Man sollte also nicht denken, man würde genau das geliefert bekommen, was man auf dem Bildschrim sieht.
6. Begriffe
Band, Armband, Uhrband, Uhrenband, Uhrarmband, Uhrenarmband werden synonym verwendet. Zusammen mit den dazugehörenden Plural-Wörtern ergibt sich eine kleine feine Vielfalt. Das optimale Wort gibt es in diesem Zusammenhang in der deutschen Sprache nicht. Jedes hat seine Vor- und Nachteile. "Band" ist sehr allgemein, harmoniert aber gut mit dem Englischen "band" oder "watch band". Das etwas speziellere "Armband" kann mit "Schmuck-Armband" verwechselt werden. "Uhrband" hieß früher das Band, an dem die Taschenuhr hing und ist damit ein ganz anderer Gegenstand. "Uhrarmband" lokalisiert den gesuchten Gegenstand wenigstens am Arm und scheint das korrekteste Wort zu sein. Aber sowohl "Uhrband" als auch "Uhrarmband" sind schwer auszusprechen. Flüssiger ist das Anhängen von "en" in "Uhrenband" und "Uhrenarmband". Das wiederum hat zur Folge, dass das aus zwei oder drei Wörtern zusammengesetzte Wort teils in Plural (Uhren) und teils in Singular (Arm, Band) erscheint. In der Tat ist das Band ja nur für eine Uhr da und kann kein "Uhren"band sein. Außerdem kommt der Satz "Diese Uhr hat ein Uhrenarmband" ein wenig doppelt gemoppelt vor.
Es spricht wenig dagegen, das alte Wort "Uhrband" in neuem Zusammenang zu verwenden. Wenn man einer flüssigen Aussprache höheres Gewicht beimisst, hängt man "en" dran. Die Vielfalt hat für Verkäufer die Konsequenz, dass sie in Sachen Auffindbarkeit, Suchwörter in der Beschreibung und Werbung (gekaufte Suchwörter) mehrgleisig fahren müssen. Auch Käufer müssen nach mehreren Wörtern suchen. Die Verständlichkeit kommt auf den Kontext an. Oft entscheidet man sich für das kürzere Wort einfach, weil es schneller zu lesen ist und weil bestimmte Zeichenketten kurz sein müssen, zum Beispiel Artikelbezeichnungen auf eBay, und weil sich in kurzen Zeichenketten mehr Informationen vermitteln lassen. Wenn man Google glauben schenkt, wird "Uhrenarmband" viel häufiger verwendet als "Uhrband", "Uhrenband" und "Uhrarmband" zusammen.
Kippfaltschließe und Sicherheitsfaltschließe sind keine historisch gewachsene oder lexikalisch verbürgte Begriffe, sondern reine Unterscheidungsnotwendigkeit.
Die weiße Naht wird oft fälschlicherweise als Kontrastnaht bezeichnet. Ein Kontrast ist bei helleren Farben nicht auszumachen, bei einem weißen Band kann die weiße Naht ja keine Kontrastwirkung hervorrufen. Die umständliche Bezeichnung Ton-In-Ton-Naht geht darauf zurück, dass nicht alle Nähte exakt die Farbe des Leders aufweisen. Bei komplexen Strukturen und Farbverläufen gibt es die eine Farbe nicht. Die Ton-In-Ton-Naht verschmiltzt oft mit dem Leder, weist auf der anderen Seite lediglich den gleichen Farbton auf, wobei die Farbe heller oder dunkler sein kann.
Nubuk ist die Bezeichnung für angeschliffenes samtartiges Leder (also typisches gelbliches Leder der Uhrenarmbänder innen). Kennzeichnend für Nubukleder ist die hohe Atmungsaktivität, dafür nimmt man aber die Hautfettaufnahme in Kauf.
Prägung - das Verleihen einer Oberfläche, die abstrakt sein kann oder bestimmte Tierhäute nachahmen. Louisiana - nach dem Ort des Vorkommens der Alligatoren, aus deren Leder vielfältige Lederartikel hergestellt werden. Oft spricht man pauschal von Kroko-Prägung, was nicht ganz zutreffend ist, da Alligatoren nicht zu den echten Krokodilen gehören. Die allermeisten Alligatorenfelle stammen aus der Zucht, für die Einfuhr der Reptilienfelle gelten relativ strenge Vorschriften. Teju, zu Deutsch Schienenechsen, ist eine Reptilienfamilie, die in zahlreichen Arten und Größen in Mittel- und Südamerika vorkommt. Tejus sind durchaus ein Haustier (Terrarientier), auch wenn sie beträchtliche Größe, über einen Meter, erreichen können. Alternativ spricht man stattt Prägung von Optik. Straußoptik ist eine gelungenere Bezeichnung als Straußprägung, da beim letzteren Verwechslungen mit echt Strauß Leder nicht auszuschließen sind, zumal die Preisdifferenz zu Kalbsleder nicht so groß ist wie bei anderen Exoten (Alligatoren, Krokodilen, Haien, Schlangen, Echsen).